Duisburg: Sonntag, 26.07.2010 - 19 Tote auf der gestrigen Loveparade - 342 Verletzte...
Der Kommentar: Wäre die Katastrophe zu verhindern gewesen?
Seit gestern erreichten uns sehr viele Mails und Telefonanrufe zum “Massenanfall von Verletzten” (MANV) auf der diesjährigen Loveparade in Duisburg. Daher haben wir uns entschlossen, neben der bisherigen Berichterstattung, diese Sonderseite ins Netz zu stellen.

Wie aus der nebenstehenden Karte ersichtlich ist, gab es zwei “Hauptheranführungswege” für die Besucher der Loveparade. Beide führen in den besagten Tunnel. Gleichzeitig versuchten Besucher von innen das Gelände über den gleichen Tunnel zu verlassen.
Dieses "Nadelöhrkonzept" wurde vom Pysiker und Gutachter "Michael Schreckenberger" von der Universität Duisburg genehmigt und für Gut befunden.
Dabei sind folgende Zitate des Gutachters sehr interessant: “...Auslöser für die Massenpanik waren herabfallende Menschen, damit war nicht zu rechnen..." und "...die örtlichen Gegebenheiten kenne ich nicht, da ich noch nicht dort war..."!
Obwohl Feuerwehr und Polizei im Vorfeld warnten, vertraute die Stadt Dortmund dem Gutachter. Dabei ist zu bedenken, daß Polizei und Feuerwehr in einem Abhängigkeitsverhältnis zur Stadt stehen.
Moderne Untersuchungen beinhalten neben der "Strömungslehre" und anderen Dingen aber auch den "Human Factor", den Faktor Mensch...
Im folgenden zwei Auszüge (Zitate) [Faktor Mensch bei der Evakuierung, Dipl.Ing. D.Trümner/K.Schmidt, aus WEKA-Verlag, Betrieblicher Brandschutz 2009]:
"...Eine Notfallorganisation ist oft auf eine Art und Weise geschrieben und ausgelegt, die eher der Sichtweise des „Konstrukteurs“ Rechnung tragen als den Fähigkeiten des zukünftigen Nutzers. Dieser Perspektivenunterschied führt zu Missverständnissen, Umsetzungsschwierigkeiten, baut Hemmschwellen auf und fördert die Missachtung der Organisation bereits im Vorfeld..."
und
"...Aus Sicht eines „Konstrukteurs“ mag z. B. ein Fluchttunnel eine tolle, innovative und realisierbare Lösung eines Rettungsweges darstellen. In der Realität scheitert er daran, das er von den Menschen, die ihn nutzen sollen, um in Sicherheit zu gelangen, nur zögerlich betreten wird, führt er doch ins Unbekannte, ist selbst nach DIN, mit Fluchtwegausleuchtung, relativ dunkel, wirkt sehr unfreundlich und wurde vorher noch nicht von diesen Menschen genutzt..."
Hier wäre es möglich, noch aus diversen, neuen Quellen zitieren. Desweiteren geben wir noch zwei Punkte zu bedenken:
1. Auch nach der "Ströhmungslehre" benötigen Menschen in Panik, Platz zur Ausbreitung - dieser war, baulich vorgegeben, nicht vorhanden!
2. Wie auf der o.a. Karte ersichtlich ist, ist das Gelände ca. 200 x 1000 Meter groß. Offizielle Quellen sprechen von 240.000 Quadratmetern. Von diesen Werten muß man noch die Bebauung abziehen. Wenn man dann von 200.000 qm ausgeht, so wären das bei 400.000 Menschen genau ein halber Quadratmeter Platz pro Mensch. Insgesamt sollen 1,4 Millionen Menschen die Loveparade (über den Tag verteilt) besucht haben...
Über die Realisierung kann sich jeder selbst Gedanken machen!
Abschließend sei zu bemerken:
Fast genau die o.a. Punkte wurden übrigens sowohl von der Feuerwehr, wie auch der Polizei im Vorfeld bemängelt, dazu existieren Dokumente. Auch auf "Twitter" und "Facebook", wie in einigen, wenigen Zeitungen, finden sich (teilweise sehr genaue) Warnungen im Vorfeld. (Sogar auf die genaue Stelle einer möglichen Katastrophe wurde im Vorfeld hingewiesen)
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