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Hitzealarm in Deutschland - Tips für Einsatzkräfte - Seite II (Update 24.06.2011)

Sonstiges:

  • Helfersicherheit vor Patientensicherheit - Das Leben der Patienten liegt in der Hand der “Einsatzkräfte”. Somit nutzen weder erschöpfte Einsatzkräfte dem Patienten, noch “gebundene” Einsatzkräfte, die sich um Kollegen kümmern müssen. Im Zweifelsfall frühestmöglich um Reservekräfte bemühen und/oder den Einsatz auf den Abend/die Nacht verschieben, sofern es das aktuelle “Zeitfenster” zulässt.
  • Keine Ausbildungstätigkeiten bei der Hitze - Gegen Theorie ist nichts einzuwenden. Auch wenn die Temperaturen hohen Einfluss auf die geistigen Fähigkeiten haben. Häufige Pausen und genügend Getränke anbieten.
  • Erhöhte Zahl von Einsätzen - Bei diesen Temperaturen kommt es zu einer erhöhten Zahl von “hitzebedingten Notfällen” (z.B. heute am 11.07.2010: 27 versorgungspflichtige Schüler in einem ICE, aufgrund der ausgefallenen Klimaanlage). Desweiteren scheinen diverse Medikamente gegen Demenz, Herzerkrankungen, etc. “hitzebedingt” nicht zu wirken. Aus diesem Grund ist auch mit einer erhöhten Zahl von “Vermissten” zu rechnen! “Ausbildungsbedingt”, erschöpfte Einsatzkräfte nützen niemandem etwas.
  • Abwägung - Die “Einsatzführungskräfte sind gezwungen, zwischen Einsatznutzen und Einsatzerfolg abzuwägen. Das ist abhängig von vielen Faktoren, insbesonders von einigen “unwägbaren” Faktoren. Dabei ist “sportliche Fitness”, wie auch die “Ehrlichkeit” der Kräfte eine wichtige Entscheidungshilfe. Im Zweifelsfall ist jedoch gegen einen Einsatz zu entscheiden, sofern “die Lage es zulässt”... Kranker Ehrgeiz führt hier zu unnützen Gefährdungen von Kameraden und Patienten.

Die Bundesärzte der Feuerwehren haben folgende Aussagen getroffen, die auch auf den Rettungshundebereich anzuwenden sind:

Die Wettermeldungen für die nächsten Tage prognostizieren ein extrem heißes Wochenende mit Temperaturen bis zu 38 Grad Ceslius. Insbesondere für Feuerwehr- und Rettungskräfte bedeutet dies im Einsatzfall eine enorme körperliche Belastung, auf die Bundesfeuerwehrarzt Dr. Hans-R. Paschen und sein Stellvertreter Klaus Friedrich ausdrücklich hinweisen. Nicht nur die erhöhte Ozonbelastung und direkte Sonneneinstrahlung insbesondere auf den Kopf sind Ursachen für eine gestiegene Belastung in den kommenden Tagen. Auch starkes Schwitzen kann zu einer gefährlichen Dehydratation (Wasserverlust) mit Elektrolytstörungen und einer  Kreislaufdysregulation (Hitzekollaps) kommen. Die Folgen reichen vom  Kopfschmerz, Schwindel. Übelkeit, Erbrechen, bis hin zu Veränderungen  des Bewusstseins, Krampfanfällen und Kreislaufstillstand.

Diese Problematik wird besonders unter Einsatzbedingungen enorm  verstärkt. Das Tragen schwerer Schutzkleidung, die verstärkte körperliche Anstrengung beispielsweise unter Atemschutz oder auch  psychische Druck erhöhen die Belastungen. Besonders Einsatzführungskräfte sollten deshalb unbedingt die folgenden neun Sicherheitsratschläge der Bundesfeuerwehrärzte beachten:

  • Einsatzzeiten und körperliche Belastungen auf das Notwendigste beschränken!
  • Halten Sie ausreichend Getränke und Obst im Einsatzfahrzeug vor!
  • Großzügige Flüssigkeitszufuhr vor, während und nach dem Einsatz!
  • Die tägliche Trinkmenge sollte bei gesunden Einsatzkräften mindestens  drei Liter betragen! Diese ist kontinuierlich in kleinen Portionen  aufzunehmen!
  • Nach einem Atemschutzeinsatz sollte die Trinkmenge um weitere  eineinhalb Liter erhöht werden!
  • Schaffen von schattigen und kühlen Ruheplätzen und Kräftesammelstellen!
  • Passen Sie die Einsatzschutzbekleidung den Notwendigkeiten an.
  • Frühzeitig an die Anforderung ablösender Kräfte denken!
  • Achten Sie auch auf einen konsequenten UV-Schutz (Schutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor, Sonnenbrille etc.)!

Rettungshundeführer und deren Leitungskräfte haben hier noch einmal eine zusätzliche Verantwortung! Sie müssen nicht nur an den Menschen, sondern auch an den Hund denken. Jeder Hund reagiert bei der Hitze anders. Es kommt auch auf den Gewöhnungsfaktor an. Jeder Hundführer ist hier persönlich gefordert, die optimalen Möglichkeiten zum Schutz seines Hundes anzuwenden (Scheren, Durchnässen, häufige Pausen, etc. - am Besten unter vorheriger Absprache mit dem Tierarzt). Ein Tierarzt sollte bei Einsätzen, zur Zeit, immer mitalarmiert werden. Dieses erleichtert die “Einschätzung” für die Leitungskräfte, sowie es zusätzliche Sicherheit für etwaige Notfälle bietet.


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